Aktuelles
Do
29
Jul
2010
Predigt vom 18.07.2010: Erst Beten und auf Gott hören – dann arbeiten! (16. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,
mit dem heutigen Evangelium haben wohl fast alle ihre Schwierigkeiten, besonders die Hausfrauen. Sie fühlen sich vom Herrn versetzt und durch seine Antwort an Martha verunsichert und irritiert.
Da kommt der Herr zu Martha und ihrer Schwester Maria, den Schwestern des Lazarus, zu Besuch. Wie wir aus anderen Teilen des Evangeliums wissen, sind sie einander freundschaftlich verbunden. Und wir dürfen sicher sein, dass sich nicht nur die beiden Schwestern über den Besuch des Herrn freuen, sondern auch der Herr nicht weniger.
Martha will ihrer Freude und ihrer Liebe zum Herrn dadurch Ausdruck verleihen, dass sie den Herrn bewirtet. Der Herr soll sich bei ihnen „wohlfühlen“. Und so wirbelt sie in der Küche, kocht Kaffee, schneidet Kuchen auf – ich sage es einmal so, um die Situation ganz nahe herbeizuholen.
Do
29
Jul
2010
Predigt vom 11.07.2010: Parteiungen sind zerstörerisch (15. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,
die Evangelien der drei vergangenen Sonntage hatten die Nachfolge Christi thematisiert. Dieses Thema wird heute durch ein anderes Thema abgelöst, das vorrangig und erstrangig ist: Die Frage danach, was ich tun muss, um in das ewige Leben zu gelangen und das himmlische - nicht das irdische - Leben zu gewinnen. Diese Frage stellt ein Gesetzeslehrer dem Herrn, der ihn auf dem Weg nach Jerusalem trifft. Auch für jeden einzelnen von uns ist diese Frage von allergrößter Bedeutung, ist sie doch die Frage nach dem Weg zu unserem einzigen Ziel unseres Lebens. Es heißt hier zugleich: "Der Gesetzeslehrer wollte den Herrn mit dieser Frage auf die Probe stellen.“ Man hat im Evangelium immer wieder den Eindruck, als sei das öffentliche Leben des Herrn ein einziges Examen und eine Prüfung des Herrn durch Pharisäer, Sadduzäer, Schriftgelehrte und Gesetzeslehrer - alle kommen und wollen ihn eigentlich nur aufs Kreuz legen. Der Herr verweist ihn auf die Thora, das alttestamentliche Gesetz, und sagt: "Du willst in den Himmel kommen? Na, du bist doch Gesetzeslehrer! Da müsstest du dir die Frage doch eigentlich selbst beantworten können. Was steht denn im Gesetz?" - "Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst." - Der Herr bestätigt ihm das: "Du hast richtig geantwortet. Also handle danach und du wirst leben!“ Mach's - und es ist gut, dann wirst du das ewige Leben erlangen.
Mo
12
Jul
2010
Predigt vom 04.07.2010: Bei der Umsetzung wird die katholische Wahrheit zum Ernstfall (14. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,
das heutige Sonntagsevangelium ist noch einmal eine wichtige und notwendige Fortsetzung der Sonntagsevangelien der letzten beiden Sonntage. Erinnern wir uns an heute vor vierzehn Tagen, wo es um die Nachfolge des Herrn in einer ganz allgemeinen Form ging. Der Herr sagt zu denen, die ihm nachfolgen: "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, er nehme täglich sein Kreuz auf sich und so folge er mir nach." Der Herr insistiert auf die Gesinnung der Selbstverleugnung und -losigkeit, eine Gesinnung, die von der eigenen Person absieht und ganz auf Gott hin gepolt ist und darum auch auf alle, die Gott liebt und denen er mit ganzem Herzen von Ewigkeit her zugewandt ist – auf alle unsere Mitmenschen. Die Gesinnung der Selbstlosigkeit und der Selbstverleugnung ist die Gesinnung, die nicht mit dem rechnet, was es einem „bringt“ oder wovon man irgendetwas hat oder wie man eine andere Person zu seinem eigenen Vorteil nutzen könnte, sondern wie man auf eigene Kosten die anderen von sich leben lassen kann.
Fr
09
Jul
2010
Predigt vom 27.06.2010: Bürgerliches, saturiertes Christentum ist überhaupt kein Christentum (13. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)
"Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, er nehme täglich sein Kreuz auf sich und so folge er mir nach". Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, diese Worte aus dem Sonntagsevangelium vom vergangenen Sonntag sind uns bestimmt noch sehr gut in Erinnerung. Sie betreffen die christliche Existenz im Allgemeinen, unabhängig von den einzelnen Ständen innerhalb der Kirche. Es wird uns vor allen Dingen darin auch gesagt, dass gelebtes Christentum und authentische christliche Existenz niemals darin bestehen können, dass wir gelegentlich, je nach Gelegenheit oder augenblicklichem Bedürfnis, einmal beten oder auch in die Kirche gehen und dann hat sich das wieder. Nein, sondern authentische christliche Existenz bedeutet, in aller Entschiedenheit in der Spur zu bleiben. Im Grunde genommen ist das auch selbstverständlich, wenn man sich einmal verdeutlicht: Niemand von Ihnen würde sagen, er fahre einen Mercedes, bloß weil er auf das Schutzblech seines Fahrrads einen Mercedes-Stern geschraubt hätte. Das ist der große Irrtum vieler moderner „Christen“. Gelegentliche, ein bisschen fromm oder religiös gepuderte und geschminkte Handlungen sind Welt, liebe Brüder und Schwestern im Herrn, und darum noch lange nicht christlich gelebtes Leben. Dies war eine ganz wichtige Aussage des Evangeliums vom vergangenen Sonntag. Stattdessen ist immer Selbstverleugnung angesagt!
Mi
07
Jul
2010
Predigt vom 24.06.2010, „Hochfest der Geburt Johannes des Täufers“
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,
drei Geburtsfeste sind es insgesamt, welche die Kirche im Verlauf des Kirchenjahres liturgisch feiert: Die Geburt des Herrn an Weihnachten (das fälschlicherweise häufig für das höchste Fest im Kirchenjahr gehalten wird, weil es romantisch ist und es da Geschenke gibt), dann das Geburtsfest der Muttergottes am 8. September (übrigens neun Monate vorher bzw. drei Monate später feiern wir das Hochfest ihrer unbefleckten Empfängnis), sowie dann heute das Fest der Geburt Johannes des Täufers. Das lässt bereits ganz deutlich erkennen, wie bedeutsam die Gestalt des Täufers in der Heilsgeschichte ist. Die Heiligengedenktage, die wir sonst feiern, knüpfen in aller Regel an den Sterbetag an, also an ihren Geburtstag für den Himmel, aber nicht an den Tag, an dem dieser Heilige das Licht der Welt erblickt hat.