Aktuelles

Mi

03

Mär

2010

Predigttext zu Lesung und Evangelium vom 28.02.2010: Verklärung des Herrn - das Alte Testament ist unentbehrlich (Zweiter Fastensonntag)

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

 

wie wir an jedem ersten Fastensonntag das Evangelium von den Versuchungen Jesu durch den Teufel in der Wüste hören, so an jedem zweiten Fastensonntag das Evangelium von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, beide Evangelien jeweils entsprechend dem jeweiligen Lesejahr, in diesem Jahr also die Überlieferung nach dem Evangelisten Lukas.

 

Es ist ein erhabenes Bild, das da heute vor unseren Augen entsteht. Der Herr befindet sich allein mit Petrus, Jakobus und Johannes, die gewissermaßen den innersten Kreis der Apostel bilden, auf dem Berg. Und während der Herr betete, veränderte sich plötzlich sein Aussehen und sein Gewand wurde leuchtend weiß. War bisher die wahre göttliche Natur des Herrn gleichsam unter seiner wahren menschlichen Natur verborgen, so wird diese jetzt gleichsam durchsichtig und transparent für seine göttliche Natur und verändert sich dabei selbst und nimmt teil an der Herrlichkeit des Gottessohnes. Diese Verherrlichung seiner wahren menschlichen Natur ist das, was wir Verklärung (lat.: transfiguratio = Umbildung, Umgestaltung) des natürlichen Leibes nennen.

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Sa

27

Feb

2010

Predigt vom 21.02.2010: Der Unsterbliche ist nicht gekommen, um das Sterbliche zu bedienen (Erster Fastensonntag)

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

 

heute vor sechs Wochen feierten wir die Taufe des Herrn. Bei dieser Gelegenheit – so erinnern wir uns – kam der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf den Herrn herab, um ihn zu stärken und ihm die Kraft für die Erfüllung seiner Sendung zu geben, die er von seinem Vater hat und um derentwillen er Mensch geworden ist. Dieser Auftrag des Herrn von seinem Vater lautet, die Schöpfung als Ganze - darin auch die gesamte Menschheit - aus der Gewalt und Herrschaft des Teufels zu befreien und die gesamte Schöpfung, die dem Teufel seit der Ursünde der Stammeltern im Paradies verfallen war, wieder dem Vater zurückzubringen und zurückzugeben, weil ihm als dem Schöpfer die Schöpfung ganz allein gehört.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, stellen Sie sich einmal vor, dieser Auftrag wäre an Sie ergangen. Wie hätten Sie die Sache angepackt? Wie würde man das heute in der Kirche anstellen? Man hält eine Sitzung ab und bildet eine Kommission, die entwickelt eine Strategie, es werden die passenden Leute ausgewählt und die Dienste verteilt. Doch was geschieht hier? Der Herr entsteigt nach seiner Taufe den Fluten des Jordan, gesalbt mit der Fülle des Heiligen Geistes.

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Mi

24

Feb

2010

Predigt vom 17.02.2010, "Aschermittwoch"

"Kehrt um zu mir mit ganzem Herzen, mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider!" Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, darum geht es im Christentum immer, aber in der Fastenzeit ganz besonders. Unser Herz ist das, was im Christentum immer auf dem Spiel steht und worauf wir immer unseren Blick richten müssen. Die Fastenzeit will uns die Möglichkeit geben, unser Herz in seinem Verhältnis zu Jesus Christus so in den Blick zu nehmen, wie er uns sieht. So, wie er uns sein Herz anbietet, so sollen auch wir ihm unser Herz anbieten: "Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider".

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, was ist unsere Gesellschaft und auch die Kirche auch heutzutage nicht alles bereit, zu zerreißen und Purzelbäume zu schlagen, vor allem wenn es um einen materiellen, zählbaren, geldwerten und vorzeigbaren Erfolg geht. Das darf auch viel Arbeit, Zeit und Einsatz kosten, nur eines muss offenbar davon immer und unbedingt ausgenommen bleiben: Ich selbst und das, was – im christlichen Sinne zumindest - Inbegriff meiner Person ist: mein Herz.

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Sa

20

Feb

2010

Predigt vom 14.02.2010: Ewiges Leben oder ewiger Tod - das Gute kann nie gut genug sein (6. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

 

die Texte vom heutigen Sonntag sind eigentlich herzlich wenig fastnachtlich. Besonders der erste Lesungstext aus dem Buch des Propheten Jeremia sowie das Evangelium, aber auch - wenn auch nicht ganz so deutlich - die Lesung aus dem ersten Korintherbrief des hl. Paulus sind schon formal durch einen ganz scharfen Gegensatz gekennzeichnet. Schon in der ersten Lesung aus dem Buch des Propheten Jeremia hören wir als erstes Wort: "Verflucht". „Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut und auf schwaches Fleisch sich stützt“ und darauf seine Hoffnung setzt. Im Gegensatz dazu steht: „Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt“, der den Joker seines Lebens auf den lieben Gott setzt.

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Fr

12

Feb

2010

Predigt vom 07.02.2010: Ein Menschenfischer ist kein Hobbyangler (5. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

 

wir erinnern uns an die jeweils 2. Lesung der beiden letzten Sonntage aus dem 1. Korintherbrief des heiligen Apostels Paulus. Da war vor 14 Tagen von dem einen Leib und den vielen verschiedenartigen Gliedern dieses Leibes die Rede, deren Verschiedenartigkeit sich nach den Charismen, den Geistesgaben, bestimmt, die der Heilige Geist jedem Christen schenkt, der ja durch das Sakrament der Taufe Glied dieser Kirche wird. Diese Tätigkeit und Befähigung soll und muss er dann auch in den Dienst des Leibes, der Kirche, stellen und unter dem Haupt ausüben, das Christus ist. So ist nicht jeder Christ Hand, Fuß oder Bein an diesem Leib, aber je nachdem, was er ist, muss er dann auch tun, was die spezifische Tätigkeit des jeweiligen Gliedes ausmacht. Als Hand muss er geben oder nehmen und etwas tun, als Fuß muss er gehen usw. Die Gaben, die der Heilige Geist den Gliedern der Kirche verleiht, macht die Kirche zu der einzigen vollkommenen Gemeinschaft in dieser Welt, insofern die Kirche auf nichts von außerhalb ihrer selbst angewiesen ist, sondern alles hat, was sie zur Erfüllung ihres Auftrages braucht.

 

Am letzten Sonntag war dann im „Hohelied der Liebe“ davon die Rede, dass diese Charismen in der Gesinnung der Selbstlosigkeit und der Liebe auszuüben sind, damit sie den ganzen Leib aufbauen, da ihre Träger, wenn diese Gaben nicht in selbstloser Gesinnung und aus Liebe ausgeübt werden, diesen Leib auch zerstören können. Charismen sind in diesem Sinn ambivalent, wie ich am letzten Sonntag gesagt habe.

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